Lebenslauf erstellen: Schritt für Schritt
Ein guter Lebenslauf erzählt nicht dein ganzes Leben: Er hilft der lesenden Person, in wenigen Sekunden zu entscheiden, ob ein Anruf lohnt. Diese Anleitung zeigt, was hineingehört, in welcher Reihenfolge und was du weglassen solltest.
1. Wähle das passende Format
- Umgekehrt chronologisch: das Neueste zuerst. Das ist das gängigste Format und das, das Personalverantwortliche am besten kennen.
- Funktional oder kompetenzbasiert: nach Fähigkeiten gruppiert. Nützlich bei einem Branchenwechsel oder Lücken, wirft aber mehr Fragen auf.
- Kombiniert: ein kurzer Block mit Kernkompetenzen, danach die chronologische Berufserfahrung.
Im Zweifel beginnst du mit dem umgekehrt chronologischen Format.
2. Abschnitte, die nicht fehlen dürfen
- Kontaktdaten: Name, Telefon, seriöse E-Mail-Adresse und auf Wunsch Wohnort sowie ein Link zu LinkedIn oder zu deinem Portfolio.
- Profil oder Kurzzusammenfassung (2-4 Zeilen): wer du bist, was du kannst und was du suchst.
- Berufserfahrung: Position, Unternehmen, Zeitraum und 2-4 Erfolge pro Stelle.
- Ausbildung: Abschluss, Einrichtung und Jahr. Mit wenig Berufserfahrung steht sie weiter oben.
- Kenntnisse: Werkzeuge, Methoden und Sprachen, jeweils mit Niveau.
Optionale Abschnitte: Projekte, Ehrenamt, Zertifikate, Veröffentlichungen und Auszeichnungen. Nimm sie nur auf, wenn sie zur Stelle passen.
3. Schreibe Erfolge, nicht Aufgaben
Statt „Zuständig für den Kundenservice“ beschreibst du das Ergebnis: „Die durchschnittliche Antwortzeit von 24 auf 8 Stunden gesenkt, indem ich ein gemeinsames Postfach eingerichtet habe“. Eine einfache Formel: Aktionsverb + was du getan hast + messbares Ergebnis. Fehlen dir genaue Zahlen, nenne ehrliche Größenordnungen (Anzahl der Kunden, Teamgröße, Häufigkeit).
4. Länge und Gestaltung
- Eine Seite bei weniger als 10 Jahren Berufserfahrung, höchstens zwei bei erfahrenen Profilen.
- Eine klar lesbare Spalte, großzügige Ränder und eine gut lesbare Schrift (10-12 pt).
- Höchstens eine Akzentfarbe; Kontrast ist wichtiger als Dekoration.
- Speichere die Datei als PDF, damit sich das Layout auf anderen Geräten nicht verändert.
5. Foto, Geburtsdatum und andere Angaben?
Das hängt vom Land und von der Branche ab. In vielen Ländern Europas ist ein Foto üblich, in anderen wird davon abgeraten, um Diskriminierung zu vermeiden. Alter, Familienstand oder Staatsangehörigkeit sind meist nicht nötig. Im Zweifel schau dir an, wie Lebensläufe in deiner Zielbranche aussehen.
6. Passe den Lebenslauf an jede Stelle an
Lies die Stellenanzeige, finde die 5-6 am häufigsten genannten Schlüsselwörter und achte darauf, dass sie in Profil, Berufserfahrung und Kenntnissen vorkommen, sofern sie auf dich zutreffen. Mehrere Versionen desselben Lebenslaufs sparen viel Zeit.
7. Häufige Fehler
- Rechtschreibfehler: zweimal prüfen und jemand anderen gegenlesen lassen.
- Unseriöse E-Mail-Adresse oder Links, die nicht funktionieren.
- Unerklärte Lücken und widersprüchliche Daten.
- Floskeln („dynamisch und proaktiv“) ohne Belege.
- Falsche Angaben: Sie fallen im Gespräch oder bei der Überprüfung auf.
Checkliste vor dem Absenden
- Passt er auf 1-2 Seiten und lässt sich am Handy gut lesen?
- Nennt jede Stelle Erfolge und nicht nur Aufgaben?
- Ist er auf diese Stelle zugeschnitten?
- Ist der Dateiname seriös (zum Beispiel
Vorname-Nachname-Lebenslauf.pdf)?